Kirchenkritik – billig und recht

Kritik an der Kirche – da gibt es angemessene und nötige Formen, aber auch billige, in denen Klischees und Falschinformationen volkssportmässig weitererzählt werden.

Thorsten und Andi haben sich vier Beispiele ausgesucht und stellen dabei fest: Es lohnt sich, auch in den schrillen Tönen die Berechtigung und die Korrekturkraft von Kirchenkritik nicht zu überhören. Und manchmal braucht es schlicht Aufklärung und Fakten zur Gegenkritik.

Los geht’s mit dem Vorwurf, dass die Kirche zur Institution erstarrt ist. Eine Kritik, die stark von innerhalb der Kirche kommt, wie sich am Beispiel des reformierten Theologen Emil Brunner zeigt. Ohne spirituelle Dynamik, Bewegung und Gemeinschaft hat Kirche als Institution kaum noch Chancen. Umgekehrt aber auch, denn Institutionen haben wichtige Funktionen.

Weiter geht’s mit dem Vorwurf, dass die Kirche als Staatskirche üblen Glaubenszwang ausgeübt hat. Leider ja, aber die Entwicklung von Religions- und Glaubensfreiheit ist ein langer, verwickelter Prozess gewesen.

Drittes Beispiel ist die Hexenverfolgung. Hier zeigt sich die Kirche – wie so oft – als notorische Verbrecherin. Aber war es nicht vor allem der Aberglaube, der ab Mitte des 16. Jahrhunderts in Gesellschaft und richterlicher Obrigkeit zu den Gräueln führte?

Schliesslich geht es um die wissenschaftsfeindliche Kirche. Auch diese Kritik wird billig, wenn übersehen wird, wie der jüdisch-christliche Glaube moderne Naturwissenschaft ermöglich hat.

Eine Podcastfolge für alle, die sich fragen: Was ist gute kirchliche Kritikfähigkeit, und wie kann man billige Kritik abwehren ohne billige Apologetik zu betreiben?

Links zur Folge

Tipp: Wenn Du auf reflab.ch in der Suchfunktion das Stichwort «Kirchenkritik» oder «Religionskritik» eingibst, findest Du viele passende Beiträge. Ausgeglaubt hat eine ganze Reihe dazu gemacht.

Literaturtipp: Für gute Aufklärung in Sachen «Kirche und Gewalt» lohnt sich das Buch von Arnold Angenendt: Toleranz und Gewalt : das Christentum zwischen Bibel und Schwert, Münster 2009.

Diese Folge ist Teil des «Kirche, wo bist du?»-Dossiers.